Chili Aufzucht

Der Artikel ist noch nicht abschließend und wird laufend ergänzt, da es sich um die aktuelle Chili Aufzucht handelt! Des weiteren handelt es sich um meine Art der Aufzucht. Sicher kann man mit verschiedenen Mitteln die Aufzucht verbessern (aber nicht unbedingt beschleunigen), mir geht es darum, euch einen praktikablen und günstigen Weg zu zeigen…

Was kann es interessanteres geben, als seine eigenen Chilis aufzuziehen? Kaufen kann man fertige Chilis natürlich auch – selbst gezogen macht das alles aber viel mehr Spass. Selbstgemachte BBQ-Saucen mit Chili, Chilisalz, gegrillte Chilis… Mit den eigenen Chilis noch wertvoller! Vor allem weil man weiss, wie sie aufgezogen wurden. Gespritzt um Schädlinge zu bekämpfen? Gedüngt, mit fragwürdigen Mitteln? Diese Fragen könnt ihr euch dann selbst beantworten. Das hat mich dazu bewogen, es selbst einmal zu versuchen. Die Aussaat sollte bis spätestens Mitte März erfolgen! Danach gibt es oft nur den Griff zu vorgezogenen Pflanzen aus dem Baumarkt, der Gärtnerei des Vertrauens oder einem Online-Shop.

Im folgenden erkläre ich, wie man sehr leicht aus Samen, seine eigenen Chilipflanzen ziehen kann. Ohne große Kosten und ohne viel Aufwand! Bei der eigenen Anzucht lässt sich übrigens sehr schön mit den verschiedenen Schärfegraden experimentieren.

Ich habe mich dieses Jahr für 3 Sorten entschieden:

  • Anaheim Hot – Schärfegrad 4
  • Thai Chili – Schärfegrad 8
  • Peter Pepper (Penis-Chili) – Schärfegrad 5

Am besten besorgt man sich im Baumarkt oder online sogenannte „Minigewächshäuser“. Sie kosten nicht viel und sind oft bereits mit Quelltabs ausgestattet. Diese Tabs quellen in Verbindung mit Wasser auf und können dann mit den Samen bestückt werden. Quelltabs aus Kokos haben sich hier bewährt, andere Ausführungen sollten aber auch kein Problem darstellen.

Lassen wir also die Quelltabs durch etwas Wasser aufquellen und beginnen dann mit der Aussaat. Chilis sind keine Lichtkeimer! Daher sollten die Samen leicht mit Erde bedeckt sein. Ich bedecke die Samen mithilfe eines Zahnstochers gerade so mit Erde, dass sie nicht mehr zu sehen sind. Maximal sollten es 0,5 cm sein. Achtet auf eine Zuordnung und Beschriftung der Arten! Es ist zwar möglich die Arten später über das Aussehen der Pflanzen oder der Chili selbst zu bestimmen, je mehr verschiedene Sorten ihr aber habt, desto schwieriger wird diese Bestimmung allerdings. Dann kommt der transparente Deckel über die Quelltabs und das Gewächshaus wird warm gestellt.



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Am besten wählt man einen Fensterplatz mit ordentlich Sonne. Ich entkoppele die Gewächshäuser mit einem Schwamm von der Fensterbank (der Schwamm kommt zwischen Gewächshaus und Fensterbank). Die Fensterbank stellt unter Umständen eine Kältebrücke dar und Kälte mögen die Chilisamen nicht. Eine Mindesttemperatur von 20 Grad sollte eingehalten werden. Die Quelltabs müssen immer schön feucht gehalten werden, dürfen aber nicht schwimmen. Den Deckel sollte man sporadisch abnehmen und Luft darunter lassen – so kann man Schimmelbildung vorbeugen.

Nach 1-2 Wochen sollten die ersten Samen keimen. Auch nach drei Wochen können sich weitere Keimlinge bilden. Werft also die Flinte nicht ins Korn, wenn es bei der ein oder anderen Aussaat etwas länger dauert. Hat sich allerdings nach fünf Wochen noch nichts getan, würde ich abbrechen. Auch ich habe solche Blindgänger, daher sollte man immer genug Chilisamen aussäen um für solchen Fälle gewappnet zu sein.

Der Deckel muss irgendwann weg gelassen werden, wenn die Pflanzen fleißig wachsen und größer werden. Das ist auch gut so, die Pflanzen können sich auf diese Weise sehr früh an andere klimatische Verhältnisse gewöhnen und kräftiger werden. Ist die Aussaat früh im Jahr erfolgt und die Sonne ist noch fern, kommt Kunstlicht zum Einsatz. Hier gibt es mittlerweile sehr sparsame LED-Beleuchtungen, welche den jungen Pflanzen ausreichend Licht liefern. Das muss nicht 24 Stunden erfolgen, bei mir sind es ab dem Nachmittag fünf bis sieben Stunden Kunstlicht. Den Rest erledigt das zur Verfügung stehende Tageslicht.

Relativ schnell stoßen die Wurzeln der Jungpflanzen durch den Quelltab und die kleinen Pflanzen bilden nach und nach weitere Blattpaare. Das ist ein Zeichen, dass das pikieren ansteht. Pikieren bedeutet nur ein umsetzen der Jungpflanzen in einzelne Töpfe, bzw. das trennen der Sämlinge. Habt ihr Quelltabs zur Anzucht benutzt, geht das alles sehr einfach. Die Pflanzen werden, inklusive Quelltab, in separate Töpfe oder Blumenkästen umgepflanzt. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Tomatenerde. Diese bietet eine erste optimale Nährstoffversorung für die Chilipflanzen und gewährleistet ein gutes Wachstum.

Man sollte pro Blumenkasten maximal fünf Pflanzen setzen. Einige Chiliarten können sehr buschig wachsen und die Pflanzen wären sich gegenseitig im Weg, wenn man es mit der Anzahl übertreibt. Ich setze die Jungpflanzen mit Tomatenerde in Blumenkästen, in deren Böden kleine Löcher gebohrt werden. Unter die Erde kommt noch eine kleine Kiesschicht um Staunässe zu vermeiden – das überschüßige Wasser kann einfach ablaufen.

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen etwas tiefer eingepflanzt werden. Ruhig bis kurz unter das erste Blattpaar. Dies bringt mehr Stabilität und sorgt für weitere Wurzelbildung. Auch ist der vorsichtige Umgang mit den kleinen Wurzeln wichtig. Im Idealfall sorgt man für Aussparungen in der neuen Erde und setzt den Quelltab einfach hinein. Den Rest des Blumenkastens mit weiterer Erde füllen und leicht (!) andrücken. Eine Beschriftung sollte nicht vergessen werden! Viele Chiliarten ähneln sich sehr stark im Aussehen. Wenn die Chilipflanze noch keine Früchte gebildet hat, ist ein Definieren der Art sehr schwer. Hat sich die frische Tomatenerde nach einigen Wochen durch das Bewässern etwas gesenkt, kann auch mit frischer Erde aufgefüllt werden.



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Viel Licht ist jetzt Grundvoraussetzung für ein gutes Wachstum. Sonnenlicht, vielleicht an einer Südseite, ist natürlich optimal aber auch unser Kunstlicht kann hier weiter herhalten. Die Erde zudem immer feucht halten, aber nicht zu viel wässern! Durch zuviel Nässe könnten die jungen Wurzeln faulen und die Pflanze zerstören. Gelbe Blätter sind ein Indiz hierfür. Sollte es einmal soweit gekommen sein kann die Pflanze, durch ein sofortiges Umtopfen, im Normalfall noch gerettet werden. Unsere Pflanzen bevorzugen am liebsten kalkarmes Wasser. Zum einen kann hier Regenwasser gesammelt werden oder man nimmt abgekochtes Wasser. Es besteht auch die Möglichkeit Osmosewasser oder destilliertes Wasser zu verwenden, allerdings bringen diese Wassersorten keine besonderen Vorteile und das jeweilige Wasser muss erst wieder besorgt werden. Solange noch Frost drohen kann (vor allem in der Nacht), sollte man die Pflanzen lieber im Haus behalten! Ich beginne damit, die Pflanzen tagsüber ins freie zu stellen (ab 15 Grad Aussentemperatur) und hole sie am Abend wieder ins Haus. So gewöhnen sich die Pflanzen langsam an die, noch etwas kühleren, Temperaturen und werden nicht geschockt wenn sie dann dauerhaft im freien sind.

Nach ca. zwei Monaten beginne ich mit der zusätzlichen Nährstoffversorgung über Düngemittel. Hier hat sich Flüssigdünger für Tomatenpflanzen bewährt. Die Flüssigkeit wird nach der jeweiligen Herstellerangabe ins Gießwasser gegeben. Allerdings sollte die Düngung nur alle zwei Wochen erfolgen. Hier gilt, wie so oft: viel, hilft nicht viel. Bekommen die kleinen Pflanzen mehr Nährstoffe als gut für sie ist, sind auch hier meist sehr schnell Verfärbungen an den Blättern zu sehen. Die Farben können von gelb über rot, bis hin zu schwarz oder violett gehen. Stellt man die Düngung sofort ein kann sich die Pflanze wieder erholen. Schlimmstenfalls sind einige Blätter verloren, die die Pflanze dann abwirft. Gehen wir aber davon aus das alles in Ordnung ist, kann man beinahe täglich das Wachstum bei den Chilipflanzen erkennen. Es bilden sich stetig weitere Blattpaare aus und Verästelungen entstehen. Bei der einen Sorte schießt die Pflanze in die Höhe, bei der anderen Sorte beobachtet man eher ein buschiges Wachstum.



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Nach einigen Monaten und ausreichend Pflege bekommen die Pflanzen ihre ersten Blüten. Aus diesen Blüten werden in naher Zukunft schmackhafte Chilibeeren – vorausgesetzt die Blüten können mit Pollen bestäubt, also befruchtet, werden. Wenn eure Pflanzen im freien sind (diesen Umstand setze ich im Sommer einmal voraus), wird die Bestäubung der Blüten von den umher fliegenden Insekten und durch den Wind übernommen. Einige Blüten werden allerdings unbefruchtet abfallen, hier hat das Bestäuben dann leider nicht funktioniert. Kommt das bei fast allen Blüten vor, sollte über den richtigen Standort nachgedacht werden. Zu wenig Luftzirkulation oder vielleicht andere Faktoren die verhindern, dass Insekten die Pflanzen gut erreichen?

Im besten Fall stimmt alles in der Umgebung, die Bestäubung funktioniert und es heisst weiter abwarten und zuzusehen, wie die Chilipflanze mit ihren Früchten größer und größer wird.

Soviel bis zu diesem Zeitpunkt, es geht weiter, immer mal wieder vorbei schauen!



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